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Der Ewer GLORIA nach der Restaurierung

Ab 2009 war es endlich so weit: GLORIA ist fertig! Wir fahren unter vollen 109 m² Segeln! Dabei zeigt GLORIA sich fast so, wie sie wohl 1898 nach der Ablieferung von der Bauwerft ausgesehen haben mag. Sie verhält sich auch so und zeigt das nautische Verhalten eines Berufsschiffes aus dem vorletzten Jahrhundert. Heute würden wir das als gemütlich bezeichnen.

Stimmt! Aber ein Frachtsegler war auch damals schon keine Yacht, sondern so gebaut, dass viel geladen werden konnte, auch wenn flottes Segeln damit ausfällt. Immerhin konnte der kleine Segler 40 t laden. Der großzügige Laderaum kommt heute unseren Gästen und der Crew als geräumige Kajüte zugute.

GLORIA ist in der glücklichen Lage, mit der Museumswerft im alten Elmshorn Stadthafen einen idealen Liegeplatz gefunden zu haben. Die Werkstätten sind keine 20 m vom Schiff entfernt. Inzwischen konnten wir sie mit allem Werkzeug ausrüsten, das man für Pflege und Wartung eines solchen Schiffes braucht. Natürlich haben wir auch Kontakte zu Fachleuten, die sich um alles kümmern, mit dem wir fachlich überfordert sind. Viel ist das allerdings nicht, Dank sei unseren Ehrenamtlern! In dem Zusammenhang: Wir haben ausschließlich ehrenamtliche Mitwirkende. Es gibt nicht einmal so genannte Aufwandsentschädigungen.

GLORIA unter Segeln vor Glückstadt
Segeln mit Gästen vor Glückstadt

Nach dem Ende der Restaurierung hat GLORIA keine Unterstützung der öffentlichen Hand mehr erhalten und auch nicht gebraucht. Für die Fahrten mit der GLORIA erheben wir mäßige Fahrpreise, die alle Kosten decken. Größter Posten dabei sind die Pflege- und Reparaturmaterialien. Hinzu kommen Kosten für Treibstoff, Versicherungen, Steuern und die vorgeschriebenen Geräteprüfungen und Erneuerungen durch Sachverständige.

2016 erhielt GLORIA einen neuen Großbaum. Die Crew lädt den 
        Baumstamm auf der Museumswerft in Elmshorn ab
Ausladen des neuen Großbaums auf der Museumswerft in Elmshorn 2016

Schön, dass so viele Gäste mit uns fahren! GLORIA bietet ihnen allerlei Besonderes: Fahrten in einem Traumrevier, auf das man auf andere Weise nicht mehr kommt nachdem es dort keine professionelle Passagierschifffahrt mehr gibt. Man erlebt eine maritim-amphibische Landschaft, begegnet einigen Sportschiffen und auf der Elbe sogar den ganz großen Schiffen. Der Crew merkt man an, dass sie sich aus Freude an Schiff und Gästen engagiert. Ein altes Schiff bietet eine einmalige Atmosphäre und der Kaffee schmeckt auf dem Wasser ganz anders.

Begegnung mit einem Containerschiff
Begegnung auf der Elbe

Damals wie heute sollte ein Ewer auch die flachen Nebenflüsse der Elbe befahren können. Uns ermöglicht das heute, Flüsse wie Pinnau, Krückau, Stör, Schwinge und Oste zu befahren. Damit ist das Fahrtgebiet der GLORIA für öffentliche Fahrten auch schon grob umrissen.

Dazu kommen im Sommer Trainingsfahrten, bei denen die Crew ohne Gäste an Bord ist. Solche Fahrten finden durch den Nord-Ostsee-Kanal auf der Ostsee und ihren Förden statt sowie im Niederelberaum zwischen Hamburg und Cuxhaven. Das sind jedes Mal schon tolle Eindrücke und Erlebnisse, wenn wir segeln können, ohne dass schon das Ufer in Sicht ist. Da kann man dann auch mal platzgreifende Manöver ausprobieren.

Ostseetour 2016 bei der Durchfahrt Fehmarnsundbrücke
Ostseetour 2016 bei der Durchfahrt Fehmarnsundbrücke

Zurück in unser Heimatrevier und zu der Frage, wann und wie kann GLORIA eigentlich fahren? Bekanntlich ist die Niederelbe mit ihren Nebenflüssen ein Tiderevier. Sechs Stunden lang fließt das Wasser bei Flut von der Nordsee in Richtung Hamburg. Dann ist der Hochwasserstand erreicht. Das Wasser bleibt dann für einige 10 Minuten stehen, um sich danach mit der Ebbe zunächst langsam, dann schneller werdend wieder in Richtung Nordsee zu bewegen. Das dauert wiederum gut 6 Stunden, so dass sich die zumeist zwei Hochwasser jeden Tag um gut eine halbe Stunde nach später verschieben. Wer klug ist, fährt mit der Tide und nicht dagegen an. Immerhin kann die Strömung 4 - 5 km/h betragen. Zudem sind die Nebenflüsse der Elbe und die meisten Häfen nur um die Zeit des Hochwassers herum befahrbar. Zu anderen Zeiten sind die eigentlich breiten Flüsse oftmals bestenfalls flache Bäche. Da kann nicht einmal die GLORIA fahren.

Es gehört zu den Reizen der Schifffahrt in diesem Revier, die Tide richtig zu berechnen. Dazu kommen Öffnungs- und Schließzeiten von Sperrwerken oder Klapp- bzw. Drehbrücken, die nicht immer vorhersehbar sind.

Öffnung der Störsperrwerk-Brücke
Gäste beobachten das Öffnen der Störsperrwerk-Brücke für die GLORIA

Wir möchten unseren Ewer GLORIA als lebendiges Museum gern möglichst vielen netten Gästen zeigen. Sie sollen möglichst viel von dem alten Schiff erleben und einen Eindruck von der vergangenen Welt der hiesigen Kleinschifffahrt bekommen. Um den Ewer GLORIA hat sich dazu eine Gemeinschaft von netten Leuten gefunden, die miteinander und mit viel Spaß gemeinsam das Schiff pflegen und fahren. Dazu mehr unter Mitmachen. Wir freuen uns ganz besonders über Leute, die unser Projekt mit einer Förder-Mitgliedschaft oder Spende fördern. Denn nur wenn sich Leute finden, die sich auf welche Weise auch immer beteiligen, kann der Ewer GLORIA erhalten bleiben.

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Crew beim Segelsetzen
Crew beim Segelsetzen