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Der Ewer GLORIA nach der Restaurierung

Natürlich ist an einem Schiff immer etwas zu erneuern oder zu verbessern. Hiervon abgesehen, endete die Restaurierungsphase im November 2009. Trotz diesigen Wetters konnten wir es uns nicht nehmen lassen, das erste Mal unter vollen Segeln auf der Elbe zu fahren. Zu dieser Zeit waren die öffentlichen Förderungen längst ausgelaufen. Auch heute erhält GLORIA keinerlei öffentliche Mittel. Die gesamte Segeleinrichtung, das Rigg, vom Mast bis zum Klüversegel war überwiegend aus Spenden finanziert worden, die wir von Betrieben der Elmshorner Wirtschaft erhielten. Zu einem geringeren Teil wurden Einnahmen verwendet, die wir schon durch unsere öffentlichen Fahrten erzielten. Wir waren immer davon ausgegangen, dass sich nach der Restaurierung der Schiffsunterhalt durch die Einnahmen aus Fahrten decken lassen würde. Das ist uns bis auf den heutigen Tag gelungen.

Wir - das sind Damen und Herren, die sich ausnahmslos ehrenamtlich für die GLORIA engagieren und damit überhaupt erst das Fahrtprogramm ermöglichen. Da heute niemand mehr mit dem Segeln auf einem alten Ewer Erfahrungen haben kann, nutzen wir den Winter zur Ausbildung und machen dazu im Sommer mehrtägige Trainings-Fahrten auf der Ostsee und Niederelbe, bei denen auch der Spaß nicht zu kurz kommt. Wer sich dafür - Seebär oder Landratte - interessiert: Siehe Mitmachen für alle!

Schrittweise haben wir uns über die Jahre neue und interessante Reviere erschlossen, um unseren Gästen nicht nur die Funktionen des alten Schiffes zeigen zu können, sondern auch die herrliche maritime Landschaft an der Unterelbe und ihren Nebenflüssen. Bis in die Saison 2015 konnten wir Rundfahrten von Elmshorn auf der Krückau anbieten. Seither ist der Fluss so versandet, dass wir Rundfahrten nur noch bei aufgestautem Fluss anbieten können. Jedoch ist es nach wie vor möglich, bei normalem Hochwasser von Elmshorn auf die Elbe zu gelangen, aber eben bei demselben Hochwasser nicht mehr zurück.

Als weiteres Ziel konnten wir Glückstadt aufnehmen, unerlässlich bei Segeltouren auf der Elbe. Diese Fahrten erfreuen sich besonderer Beliebtheit, weil Glückstadt nicht nur ein besonders hübsches Ziel ist, sondern über zahlreiche gastronomische Betriebe für jeden Geldbeutel und jeden Geschmack verfügt. Seglerisch sind diese Touren recht anspruchsvoll. Die Unterelbe gehört zu den schwierigsten Segelrevieren der Welt, bedingt durch kräftige und wechselhafte Tideströmungen, Großschiffsverkehr und sich ständig verändernde Sandbänke, auch in den Nebenflüssen. Glückstadt hat mit Elmshorn eine stündliche Zugverbindung, so dass mann leicht an den Ausgangspunkt zurück bzw. zum Abfahrtsort hin gelangt..

2012 wurde die Krückau zeitweise für die Schifffahrt gesperrt, weil in Elmshorn die neue Klappbrücke errichtet wurde. GLORIA wich für diese Zeit nach Uetersen in den alten Stichhafen aus. Bei der Ankunft wurde GLORIA von der Bürgermeisterin persönlich am Steg begrüßt und ebenso freundlich war die Aufnahme in Uetersen auch sonst. Unsere Fahrten auf der Pinnau und darüber hinaus waren im Nu ausgebucht. Wir finden, dass die Pinnau ebenso interessant und liebenswert ist wie die Krückau. Mit der historischen Drehbrücke in Klevendeich bietet sie darüber hinaus noch ein besonderes Highlight. Die Passage ist an Bord jedes Mal ein besonderes Erlebnis. Seit diesen schönen Erfahrungen in Uetersen haben wir die Pinnau in unseren Fahrplan aufgenommen. Wir machen in jedem Jahr ca. zwei Wochen lang Fahrten ab und bis zum Wassersportverein Uetersen e.V. im Stichhafen an der Hafenstraße.

In Itzehoe an der Stör war über einige Jahre das Störschipperfest beheimatet, an dem jeweils zwischen 20 und 30 alte Schiffe teilnahmen. Leider gibt es das Fest nicht mehr, weil das Itzehoer Stadtmanagement das Interesse daran verlor. Obwohl diese schönen Gelegenheiten, nach Itzehoe zu fahren, entfallen sind, bietet GLORIA doch noch Gelegenheit, die Stör zu erleben. Das ist Flusslandschaft pur, garniert mit der hübschen Ortsdurchfahrt in Heiligenstedten mit seiner Klappbrücke! Um überlange tidebedingte Wartezeiten zu vermeiden, starten die Fahrten in Glückstadt. Von Itzehoe nach Elmshorn kann GLORIA jedoch mit knapp drei Stunden Aufenthalt in Glückstadt fahren, eine schöne Zeit um am historischen Marktplatz Essen zu gehen oder Kaffee zu trinken. Der Bahnhof in Itzehoe mit seiner stündlichen Anbindung nach Elmshorn liegt etwa 20 Minuten Fußweg vom Hafen entfernt, wo GLORIA ankommt und abfährt (Hafenstraße).

Seit 2014 bieten wir auch Fahrten mit der GLORIA von Elmshorn nach Stade und am selben Tag zurück an. Die Fahrt dauert etwa 13 Stunden und schließt rund 5 Stunden Aufenthalt in der alten Hansestadt ein. Das setzt natürlich voraus, dass beide tägliche Hochwasser am Tagesrand liegen und es noch hell ist. Deshalb gibt es diese Fahrten nur im Sommer. Wir finden Stade mit seinen alten Häusern, besonders rund um den alten Hafen, höchst attraktiv. Interessant ist auch das Museum im alten Schwedenspeicher. Von Montag bis Samstag lockt Stade zum Sightseeing und gleichzeitig auch zum Shoppen. Die Fahrt nach Stade - je nachdem von wo GLORIA fährt - bietet Flusserlebnis auf der Elbe, vielleicht sogar einer Nebenelbe (ab Uetersen oder Elmshorn) und eine spannende und abwechslungsreiche Fahrt auf der Schwinge bis ins Herz von Stade (Hansestraße). Auf der Schwinge passieren wir eine Straßen- und eine Eisenbahnbrücke, letztere leider manchmal mit längeren Wartezeiten, die wir vorsichtshalber in unsere Fahrplankalkulationen einbeziehen müssen.

Der neue Hafen in Wedel-Schulau wurde bei seiner Eröffnung im Oktober 2015 schon mal von GLORIA mit gutem Erfolg getestet, obwohl der geplante Traditionsschiffanleger noch nicht vorhanden war. Das ermutigt uns, ab der Saison 2017 den Schulauer Hafen in unseren Fahrplan aufzunehmen. Im Juli wird es Gelegenheit geben, mit GLORIA von Elmshorn nach Wedel bzw. umgekehrt zu fahren.

Uns liegt auf allen Fahrten daran, dass unsere Gäste nicht nur die Fahrt genießen können, ein schönes Ziel haben und auch relaxen, sondern sie können auch ein altes Berufsschiff erleben. So besteht die Möglichkeit, bei Interesse Ruder zu gehen, beim Hissen der Segel mit anzufassen und überhaupt zu erfahren, wie ein solches Schiff gefahren oder gesegelt wurde. Mangels moderner Erkenntnisse, wie sie schon seit vielen Jahren im Yachtbau Anwendung finden, wurden alte Segler nach dem Prinzip der „geblähten Segel“ gebaut. Je bauchiger die Segel waren, desto schneller - so meinte man - fährt das Schiff. Das können unsere Gäste auf der GLORIA noch erleben, natürlich unter Anleitung eines erfahrenen Schippers.